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Der Wörthersee – eine Liebesbeziehung

Aktualisiert: 27. Nov. 2022

Unser Wörthersee ist wohl einer der schönsten und wärmsten Seen Europas und wir schätzen uns äußerst glücklich, gerade hier zu leben.



Wir laden Dich hiermit sehr herzlich auf eine Tour durch unsere unmittelbare Heimat ein und erzählen Dir gerne mehr über dieses herrliche Gewässer am Südrand der Alpen.

Also – los gehts! Viel Vergnügen!

Wörthersee mit Schlangeninsel in Blickrichtung Westen

Ein Traum in Blau- und Grüntönen – der Wörthersee – (foto gefunden auf und verlinkt mit seenlust.kaernten.at)


Der Ursprung

Der Sage nach rann das Wasser des Sees ja aus einem kleinen wunderlichen Fass in ein blühendes Tal, das allerdings von gotteslästernden Frevlern bewohnt war. Kein Flehen konnte den Fluss des Wassers stoppen, bis wirklich alles überschwemmt war. Zum Beweis: An stillen Abenden kann man – wenn man Glück hat – auch heute noch Kirchenglocken aus der Tiefe vernehmen…

Der Brunnen mit dem Wörtherseemandl in der Klagenfurter Fußgängerzone

Und noch immer fließt Wasser aus dem Fassl – (foto gefunden auf und verlinkt mit visitklagenfurt.at)


Ein Fingerzeig Gottes?

Gewarnt hätte das Wörtherseemandl die liederliche Gesellschaft ja… – (foto gefunden auf und verlinkt mit kaernten.at)


Sollte Dir diese Geschichte zu unheimlich sein oder nicht zu hundert Prozent glaubhaft erscheinen, haben Geologen für die Existenz unseres Wörthersees noch eine andere Erklärung:

Blick von oben auf den See

Eingebettet in eine liebliche Landschaft aus grünen Hügelketten – der Wörthersee – (foto gefunden auf und verlinkt mit pyramidenkogel.info)


In der Eiszeit schob sich der bis zu tausend Meter mächtige Draugletscher in das schon bestehende Tal der Wörtherseefurche und verbreiterte und glättete diese gewaltige Bruchlinie. Danach bahnte sich die Glan, ein Unterkärntner Fluss, der in die Gurk und später in die Drau mündet, einen neuen Weg in Richtung Süden. Sie häufte große Schottermassen an und versperrte damit das Tal.

Stein im Glanpark in Klagenfurt

Der Name „Glan“ kommt aus dem Keltischen und bedeutet „hell, klar, glänzend, fließend“ – (Von Dreinagel – Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, verlinkt mit wikimedia.org)


Segelverkehr auf dem Wörthersee

Einfach unwiderstehlich: Das im Sonnenlicht schimmernde Wasser des Sees – (foto gefunden auf und verlinkt mit travel4news.at)


So entstand ein mächtiger See, der Vorläufer des Wörthersees, mit dem die Drau nicht mehr in Verbindung steht. Bei Rosegg, unweit von Velden, kommt sie dem See zwar ziemlich nahe, macht aber mit einer energischen Flussbiegung in Richtung Rosental kehrt.

Ruderpartie im seichten Wasser

Allein zu zweit im Ruderboot – (foto gefunden auf und verlinkt mit kaernten.at)


Gemma schwimmen!

Herrliche Erfrischung in den Fluten – (foto gefunden auf und verlinkt mit kaernten.at)


Die größte Badewanne Österreichs

Sehr zur Freude der Fremdenverkehrsindustrie zählt der Wörthersee also zu den schwach durchfluteten Seen. Während bei anderen Gewässern die gesamte Wassermenge im Wechsel der Jahreszeiten zirkuliert, findet eine solche Durchmischung im Wörthersee nur bis in eine Tiefe von 50 m statt. Dadurch bleibt der 85,2 m tiefe See im oberen Bereich wohlig warm.


Eine Wassertemperatur von 26°C ist im Sommer keine Seltenheit, und die Badesaison dauert von Ende Mai bis in den September, manchmal noch länger.

Türkisblaues Wasser bei der Kapuzinerinsel

Beliebtes Fotomotiv: die Kapuzinerinsel mitten im See – (foto gefunden auf und verlinkt mit seenlust.kaernten.at)


Damit gehört der größte der etwa 1200 Kärntner Seen (er liegt auf 439 m Meereshöhe) auch gleichzeitig zu Europas wärmsten Badeseen.


Nur kleine Bäche und unbedeutende Rinnsale speisen den See. Das meiste Wasser schafft der Reifnitzbach herbei, der einen Teil des Keutschacher Tales entwässert.

Alle Zuflüsse des Wörthersees zusammen würden übrigens mehr als neun Jahre brauchen, um das leere Becken aufzufüllen.


Die Schwimmbecken

Der 16,5 km lange und 1,7 km breite Wörthersee  wird durch Bodenwellen und Halbinseln in drei Becken gegliedert:

Morgenstimmung am See

Frühmorgens am See – (foto gefunden auf und verlinkt mit seenlust.kaernten.at)


Einem westlichen, das von Velden aus bis Pörtschach reicht, folgt ein kleineres Becken, das mit Maria Wörth abschließt. Ein weiteres Seebecken reicht bis zum flachen Ostufer, wo die Stadt Klagenfurt dem See unaufhaltsam näher rückt.


Schifffahrt am See

Schon in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. ließen die Kärntner Stände eine Wasserstraße zwischen See und Stadt bauen, den heutigen Lendkanal, um damit den Graben der Stadtbefestigung zu fluten. Damals beanspruchten die Klagenfurter auch das Schifffahrtsmonopol im Kanal und auf dem See.

Dampfer beim Werzer

Die Dampferanlegestelle beim Werzer in Pörtschach – (foto gefunden auf und verlinkt mit mein-klagenfurt.at)


Um 1700 umfasste die Flotte der Stadt um die 100 Schiffe und zahlreiche Flöße. Damals verdiente der Lendhafen am Villacher Tor seine Bezeichnung noch wirklich. Seit dem 18. Jahrhundert durften auch Bauern mit eigenen Schiffen den See befahren, der bis zur Zeit der Eisenbahnen als Verkehrs- und Transportweg einige Bedeutung hatte.

Die Veldener Bucht anno dazumal

Als Velden noch so richtig gemütlich war – (foto gefunden auf und verlinkt mit mein-klagenfurt.at)


Ein ganz ungewöhnlicher Blick auf das Schloss Velden – (foto gefunden auf und verlinkt mit mein-klagenfurt.at)


Mit dem Bau der Eisenbahn und mit der Errichtung besserer Straßen kam der Fremdenverkehr ins Land.


Trinkwasserqualität

Aus verträumten Dörfern am Ufer wurden rasch wachsende Gemeinden. Bald war das ohnehin labile biologische Gleichgewicht des Wörthersees empfindlich gestört. Erst  als es schon beinahe zu spät war, wurden Kläranlagen und Ringleitungen verlegt. Die berühmteste Badewanne Österreichs konnte also wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken.


Heute gibt die Wasserqualität des Sees Grund zur Freude – das kühle Nass ist tatsächlich so rein, als stamme es aus einem Trinkwasserfass. Für seine See-Reinhaltungsmaßnahmen wurde Kärnten daher im Jänner 1991 in London mit dem europäischen „for tomorrow“-Award ausgezeichnet.

Is schon still uman See … auch solche Momente bietet der Wörthersee – (foto gefunden auf und verlinkt mit silent-moment.com; von Rainer Mirau)


Wie unser See zu seinem Namen kam

Lange blieb der Wörthersee namenlos. Es war wohl nicht nötig für die wenigen Bauern und Fischer, die rund um den See zu Hause waren, dieses Naturjuwel zu benennen.

Schließlich aber ordneten sich die Ortschaften die Bezeichnungen des Gewässers in schöner Bescheidenheit gegenseitig zu: Die Veldener sprachen vom Pörtschacher See und die Maria Wörther vom Klagenfurter See.

Maria Wörth - Namensgeber des Sees

Ein wahres Kunstwerk: Alte Postkarte mit Ansicht von Maria Wörth – (foto gefunden auf und verlinkt mit mein-klagenfurt.at)


Am Ende gab aber eben dieses Maria Wörth dem See seinen Namen: Werder-See. Das mittelhochdeutsche Wort „Werde“ bedeutet „Insel“. Der slowenische Name von Maria Wörth – Otok,  die Umflossene – weist darauf hin, dass die Halbinsel dereinst eine wirkliche Insel war.


Tatsächlich besteht die heutige Landbrücke erst seit 1770. Damals sank der Wasserspiegel des Sees, weil die Glanfurt reguliert wurde, um das Sumpfgelände südlich von Klagenfurt trockenzulegen.

Es ist was los im Jilly Beach